
Das neue Soloprogramm von Andrea Schramek „Geliebte Geliebte“ hatte Anfang März im Theater am Alsergrund Premiere
und eines kann man schon vorausschicken, es war ein wirklich fulminanter Abend. Ein Kabarettprogramm, das durch das Pointenfeuerwerk das Zwerchfell aufs äußerste strapaziert, aber auch zum Nachdenken anregt. Klein&Kunst-Redakteur Rudi Hoscher war live dabei. Hier sein Bericht.
Wie hat es Andrea Schramek in einem Witz so bezeichnend
zusammengefasst: Moses kommt vom Berg herunter und sagt: “Ich
habe eine gute und eine schlechte Nachricht für euch. Die gute
ist, ich konnte Gott von 20 auf 10 Gebote herunterhandeln, die
schlechte ist, Ehebruch ist drin!“
Und offensichtlich aktuell seit mehreren tausend Jahren.
Andrea Schramek mimt eine Teufelin mit Hörnern auf
dem Kopf – nein sie ist nicht die Gehörnte
– sie leitet Seminare für die Frauen, die
dafür sorgen,
dass Männer ihren Frauen Hörner aufsetzen. Vor allem ist dieses Seminar für all jene Frauen, die für das irdische Dasein als Geliebte bestimmt gewesen sind und die auf Erden keine Lobby haben. Aber dafür in der Hölle.
Auch für Männer birgt das Seminar äußerst interessante und pikante Erkenntnisse. So werden in ihrem modulweise aufgebauten Workshop unterschiedliche Arten von Geliebten wie z.B. die Vulgaresse oder die Mätresse beschrieben, man erhält Tipps wie man einen Mann einkocht, welche Vorteile Beziehungen mit Managern, Politikern oder Sportlern bringen, aber auch wie wichtig die Wahl des Liebesnestes ist und natürlich wird auch das Thema Sex behandelt.
Gespickt mit Insiderinformationen – oops das kennt
man ja - man könnte annehmen, dass die hübsche
Teufelin selbst schon ein paar Erfahrungen als
Geliebte gemacht hat. Aber sicher doch, sonst wäre
sie ja nicht in der Hölle, sondern sieben Stockwerke
höher als Engel im Himmel gelandet. Nicht
auszudenken, was einem da an feuriger Unterhaltung entgangen wäre.
Als One-Woman-Show – der Cellist ist kurz vor der
Premiere abgesprungen, wahrscheinlich war ihm das Programm dann doch zu
heiß – zieht unsere
Seminarleiterin alle Register ihres Könnens. Als
Puppenspielerin, im Zwiegespräch mit einer Schlange und als
Sängerin. Einer der vielen Höhepunkte
sowohl gesanglich als auch schauspielerisch ist ihre Darbietung als Königin der Nacht. „Das war Spitze!!!“
Und Spitzen setzt es im Kabarettprogramm von Andrea Schramek
nicht nur für Ehemänner, die ihre Frauen
betrügen, sondern auch für die Geliebten, die
plötzlich damit konfrontiert werden, dass ihre
verheirateten Liebhaber bei ihnen einziehen. 40 Quadratmeter sind
vielleicht groß genug für ein
Liebesnest, aber zusammen wohnen – nein – da kann der Himmel schnell zur Hölle werden.
Ich hab mich trotzdem schon entschieden, ich will unbedingt in
die Hölle, denn dort gibt’s wirklich was zu lachen
und an alle Geliebten, Ex-Geliebten,
Seitenspringer und die restlichen 10% der erwachsenen
Bevölkerung: „Unbedingt zum nächsten
Seminar anmelden!“
Kabarett vom Feinsten!
Rudi Hoscher für Klein&Kunst Onlein
Ein Tabu-Thema brennheiß serviert.
60 % aller Frauen waren schon einmal Geliebte
80 % aller Männer hatten schon einmal eine
außereheliche Beziehung.
85% der Männer bleiben letztendlich bei ihrer Ehefrau.
Erleben Sie eine rasante Fahrt vom 7. Himmel - zur
Hölle – und zurück,
in der alle Höhen und Tiefen der Dreiecksbeziehung
bissig, berührend, vor allem aber mit Humor beleuchtet werden.
Das Leben ist nur ein Spiel...
... wir spielen alle mit.
Deshalb: lachen Sie! – trotzdem...
P.S. - auch für Männer!
Komposition/Arrangement: Helmut Stippich
Am Kontrabass: Klaus Melem
Regie: Andreas Moldaschl
Kabarett um die Geliebte
Kabarettistin Andrea Schramek gab im Theater an der Mauer
Nachhilfeunterricht für gescheiterte Geliebte
Von Jana Meixner, NÖN Woche 11/2010
Waidhofen/ Sie wird geächtet, bemitleidet, manchmal
auch beneidet. Auf jeden Fall steckt sie meist in einer undankbaren
Rolle: die heimliche Geliebte.
Die Wiener Kabarettistin Andrea Schramek nahm sich des Tabuthemas
Dreiecksbeziehung auf witzige und kuriose Weise in ihrem Soloprogramm
„Geliebte Geliebte“ am 13. März im TAM an.
Mit Dreizack und Hörnern ausgestattet, kümmerte sie
sich im Fegefeuer um gescheiterte Mätressen der Geschichte.
Marylin Monroe musste sich genauso darüber belehren lassen,
wie man als Geliebte erfolgreich wird, wie etwa Cleopatra oder Monica
Lewinsky.
Die Kabarettistin des Abends, Andrea Schramek, vermochte es, dem
Publikum das Dilemma der "Frau für gewisse Stunden" humorvoll
in allen Facetten vorzustellen, mit einer schwungvollen Performance,
die immer wieder den Bereich des Kabaretts verließ und
fließend ins grandiose Theater überging.
Geschichten zum Lachen und Nachdenken
Mit Geschichten, die nicht immer nur zum Lachen, sondern auch
zum Nachdenken, oder zu bestätigendem Kopfnicken anregten.
Denn schließlich haben wir das alles schon mal irgendwo
gehört, sei es von Nachbarn oder Kollegen,
selbstverständlich hinter vorgehaltener Hand.
Schramek nahm sich jedenfalls kein Blatt vor den Mund und bewies dabei
außergewöhnliches mimisches und musikalisches
Talent, mit Mut zu abstrusen Verkleidungen und wilder
Ausdrucksakrobatik, die die Lachmuskeln gehörig strapazierten.
Fazit: ein bunter Kabarettabend mit psychologischem Tiefgang
für Geliebte und Liebende, Männer genauso wie Frauen.
Kurz gesagt: höllisch gut.
